Rebenschutzmaßnahmen im April

Bericht aus dem Weinberg 04/21

von Barbara Singer

Im April beginnt das Frühjahr so richtig, eine der schönsten Zeit im Weinjahr. Die Vegetation erwacht. Frisches Grün überall. Junge Triebe treiben aus, das Bodenleben wird aktiviert, die Reben „kommen in Saft“ (die Leitungsbahnen befördern Wasser aus dem Boden in den Rebstock), Insekten wachen aus der Winterruhe auf, Hasen und Rehe sind zu sehen, Vögel fliegen aus dem Süden zurück und mittendrin wir als Winzer. Mit der Natur zu arbeiten wird einem besonders im Frühjahr bewusst. Der Kreislauf startet von Neuem und es gilt als Mensch verantwortlich im Jahreslauf die richtigen Entscheidungen zu treffen – jetzt beginnt das Weinjahr von Neuem.

Endlich Frühjahr – die schönste Zeit im Weinjahr!

Nur als eingespieltes Team mit dem nötigen Bewusstsein der sensiblen aufeinander abgestimmten Arbeitsschritte entstehen gute Trauben.  Wir sind Bioland Mitglied und versuchen im Kreislauf zu wirtschaften und natürliche Lebensgrundlagen zu bewahren. Im Weinbau bedeutet dies vor allem die Erhaltung der Bodenfruchtbarkeit und die Förderung einer biologischen Vielfalt. Wie anfällig unser Natursystem ist, wird einem als Winzer auch besonders im Frühjahr bewusst. Allein das Erwachen der Pflanzen aus der Winterruhe ist jedes Jahr ein Phänomen. Im Anfangsstadium des Austriebs – in der Fachsprache: Vom Anschwellen der Knospen über das Wollestadium bis zum 1 -Blatt Stadium werden die Augen gerne von Rhombenspanner (Schadinsekten) ausgefressen. Im April ist zudem die Gefahr eines Spätfrosts groß. Temperaturen im Minusbereich führen zu Frostschäden. Bis ca. zum 5-Blatt Stadium Mitte Mai gefährden diese Natur-Gewalten den Ertrag des Weinjahrgangs. 

Daher belassen wir sogenannte Frostruten. Diese Ersatzruten stehen noch senkrecht nach oben und sind bei Frost weniger anfällig, da weniger bodennah. Sollte es zu Frostschäden oder massiven Austriebsausfällen an der angebundenen Rute kommen und Augen oder Triebe mit darin angelegten Trauben ausfallen, kann man auf die Ersatzrute zurückgreifen und diese anbinden. Wird sie nicht benötigt, schneiden wir diese nach dem 15. Mai (Kalte Sophie) ab. Natürlich alles in Handarbeit. Bisher kann keine Maschine erkennen, an welchem Rebstock Ruten ausgetauscht werden müssen. Ein enormer Mehraufwand – der aber in schon so manchem Weinjahr den Ertrag gerettet hat. Nicht nur in der Landwirtschaft ist man gut beraten „mehrgleisig zu fahren.

Pheromone und Nützlinge – als biologische Maßnahme gegen Schadinsekten

Im Weinberg leben tausende Insekten. Viele von diesen bezeichnen wir als Nützlinge, wie z.B. Marienkäferlarven oder Schlupfwespen, denn sie dezimieren Schädlinge, die bei allen Pflanzen anwesend sind. Im Fall des Traubenwicklers, der im Raupen- und zunehmend im Falterstadium gefährlich ist, da er massiv Triebe und Trauben befällt, setzen wir auf den Effekt von Pheromonen.

Phermondispenser der Verwirrmethode links – © Weingut Singer-Bader

Seit 1992 wird der Traubenwickler damit biologisch bekämpft. An warmen Tagen dringt aus kleinen Ampullen der Lockstoff des weiblichen Traubenwicklers. Rund 40.000 Ampullen sind in unseren Weinbergen verteilt, sodass der männliche Traubenwickler kein Weibchen finden kann. Dadurch werden nur unbefruchtete Eier abgelegt, aus denen keine Larven hervorgehen.

Junger Trieb, hier im 3 Blatt Stadium, mit vollständig angelegten Gescheinen, die sich später zu Trauben entwickeln – © Weingut Singer-Bader
Marienkäfer als wichtiger Nützling rechts – © Weingut Singer-Bader

Bei all der anfallenden Arbeit laden unsere Weinberge im Frühjahr immer zu einem Picknick ein – herzliche Einladung!

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